Wenn Sie Interesse an einer dieser ehrenamtlichen Tätigkeiten haben bzw. Ihr Verein oder Ihre gemeinnützige Einrichtung selbst ehrenamtliche Hilfe benötigt, dann nehmen Sie Kontakt auf:
Weimars EhrenamtsAgentur in der Bürgerstiftung nimmt ihre Arbeit auf
Im Ehrenamt für Weimar
Ab sofort hat Weimar eine freundliche Anlaufstelle für Menschen, die ihre Arbeitskraft ehrenamtlich zur Verfügung stellen wollen: Die EhrenamtsAgentur. An drei Tagen in der Woche empfängt Anette Sickel in ihrem schönen Büroraum im „Familienzentrum“ Menschen, die Hilfe anbieten und sie wird sich dabei über mangelnde Arbeit kaum beklagen können: „Auch in Weimar gibt es viele Menschen, die eine kleinere oder größere ehrenamtliche Aufgabe suchen und sich einbringen wollen! Für diese Leute will ich eine Ansprechpartnerin sein.“ Die Hauptamtliche in Weimars neuer EhrenamtsAgentur spricht aus Erfahrung: „Eine ältere Frau hatte schon vor unserer offiziellen Eröffnung aus dem Lokalfernsehen von uns erfahren. Über das Rathaus fand sie dann den Weg zu mir in die Abraham-Lincoln-Str. 37. Da war ich noch am Einräumen meines Büros. Die Frau wollte einfach nur von mir wissen, wo sie mit ihren Fähigkeiten und Interessen gebraucht wird. Mehr Hilfe wollte sie gar nicht und war mit fünf Adressen von Vereinen und Initiativen, die ihre Hilfe brauchen könnten, sehr zufrieden.“ So einfach ist das. Aber natürlich ist Anette Sickel auch gern bereit, bei der ersten Kontaktaufnahme weitere Unterstützung zu geben: „Die passgenaue Vermittlung von Freiwilligen entsprechend ihrer Kompetenzen, ihrer Wünsche und ihrer Zeit, die sie aufbringen können: Das ist die Aufgabe von Weimars neuer EhrenamtsAgentur in der Bürgerstiftung“ betont die 40-jährige Sozialpädagogin und Philosophin mit Erfahrungen aus langjähriger Verbandsarbeit: „Dafür müssen wir natürlich herausbekommen, welche Freiwilligenarbeit in Weimar nötig ist.“ Aus ihren Vorgesprächen mit den Vereinen und Verbänden aber weiß sie: „Der Bedarf ist riesig!“ Er reicht von kurzzeitiger Hilfe bei Veranstaltungen aller Art bis zu regelmäßiger Hausaufgabenhilfe, Unterstützung beim Malern, Rechtsberatung, Nachmittags-Aushilfe im Büro, Vorlesen, bis zur Begleitung bei Spaziergängen und, und, und.

Am vergangenen Dienstag wurde es nun Ernst mit Weimars EhrenamtsAgentur in der Bürgerstiftung: Mit Dirk Hauburg, dem Dezernenten für Recht, Soziales und Jugend, unterzeichnete die Vorsitzende der Bürgerstiftung, Doris Elfert, die Zielvereinbarung. 11 000 Euro für den Aufbau der EhrenamtsAgentur sind mit diesem Vertrag verbunden – 10 000 davon steuert die Stadt bei: „Mit der EhrenamtsAgentur geht Weimar den richtigen Weg zum richtigen Zeitpunkt“, betonte Dirk Hauburg: „Denn auch die Organisation der Vermittlung von freiwilliger Arbeit bedarf einer professionellen Unterstützung. Die gesellschaftlichen Veränderungen verlangen von uns eine deutliche Verstärkung des ehrenamtlichen Engagements.“ Regina Lang als Rats-Vorsitzende der Bürgerstiftung sieht dies wohl ähnlich, wenn sie betont: „Mit der EhrenamtsAgentur hat die Bürgerstiftung einen ersten Meilenstein gesetzt. Bei Anette Sickel finden auch Menschen, die sich nicht trauen, ihre Hilfe direkt anzubieten, einen guten Einstieg in das Ehrenamt.“ Die EhrenamtsAgentur will dabei übrigens auch besonders ältere oder behinderte Menschen zur Freiwilligenarbeit motivieren und ihnen Mut machen, ihre Fähigkeiten einzusetzen.
TA / 7.9.2005:
Das erste Kind lernt laufen.
Bürgerstiftung eröffnete Ehrenamtsagentur / Datenbank mit über 100 suchenden Vereinen
Von Susanne SEIDE
Mit der Ehrenamtsagentur hat die Bürgerstiftung Weimar ihr erstes Kind aus der Taufe gehoben. Und will mit ihm gleich einen bundesweit ganz neuen Weg gehen.
Nach einem Jahr ehrenamtlicher Arbeit hat die Bürgerstiftung – zuletzt mit hauptamtlicher Kraft – ihr erstes Projekt aus der Taufe gehoben: Gestern eröffnete im Stadtteilhaus in der Lincolnstraße Thüringens neunte Ehrenamtsagentur. Das bewusst mit viel Platz aufgestellte Mobiliar deutet in mehrfacher Hinsicht darauf hin, dass um den Schreibtisch der Mitarbeiterin Anette Sickel viel Platz für Neues bleiben soll: Eine neue Anlaufstelle für Menschen, die ehrenamtlich tätig sein wollen bzw. für Vereine, Verbände, die nach Ehrenamtlern suchen. Platz aber auch für neue Projekte, die über Ehrenamtler umgesetzt werden, und für eine bundesweit neue Idee: Die Agentur will einen Schwerpunkt darauf legen, Behinderte weit mehr als andernorts ins bürgerschaftliche Engagement einzubeziehen, sagte Doris Elfert vom Stiftungsvorstand.
Den letzten Baustein dafür hatte sie zuvor gemeinsam mit ihrer Vorstandskollegin Petra Streit sowie dem Weimarer Dezernenten Dirk Hauburg unterzeichnet: Per Zuwendungsvertrag sichert die Stadt für 2005 zunächst 10 000 Euro für die Agentur zu. Weitere 1000 Euro bewilligte die Thüringer Ehrenamtsstiftung dem Vorhaben.
In dem gut einen Monat, den Anette Sickel für die Stiftung arbeitet, sorgte sie für die letzten wichtigen Vorarbeiten, damit möglichst viele Menschen und Organisationen von der Agentur profitieren. In einer Datenbank erfasste die 40-Jährige über 100 Vereine und Verbände, die Hilfe suchen. Sei es für die regelmäßige Betreuung von Schülern im Stadtteilhaus oder bei der Vorbereitung von Festen bzw. in Form von Übersetzungsarbeit. Wobei die Stiftung aber streng darauf achten will, dass das Ehrenamt nicht zur Konkurrenz für Profis wird. Auch die ersten Anfragen aus der Bevölkerung gingen bereits ein. Eine Frau notierte sich aus der Datenbank Ansprechpartner. Allerdings hat die Agentur noch keine Rückmeldung, ob ein passendes Angebot für ihre Vorlieben dabei gewesen ist.
Viel Arbeit aus den Reihen der älteren Weimarer versprach Dr. Siegfried Fischer, Vorsitzender des Seniorenbeirates, gestern zur Einweihung den engagierten Frauen und stieß damit auf offene Ohren. Viele hätten nach dem Wegfall des Seniorenbüros regelrecht darauf gewartet, für ihr Engagement eine Anlaufstelle zu finden, betonte er. Wohltuend für die Stiftung war überdies, dass mit Vertretern von Fraktionen, dem Oberbürgermeister und dem Vorsitzenden der Thüringer Ehrenamtsstiftung weitere Wegbereiter gekommen waren.
TLZ / 7.9.2005:
Für alles und für alle
Bürgerstiftung Weimar startete gestern Ehrenamtsagentur im Stadtteilhaus
Von Christiane Weber
Auf gleich zwei Ereignisse konnte am Dienstag die im Januar 2004 gegründete Bürgerstiftung Weimar anstoßen: Zum einen eröffnete sie im Stadtteilhaus an der Abraham-Lincoln-Straße 37 ihre Ehrenamtsagentur. Ein Projekt, für das die Bürgerstiftung von Anfang an angetreten war, unterstrich Vorstandsmitglied Petra Streit.
Unterzeichnet werden konnte im lichten hellen Erdgeschossraum der Stiftung zudem ein Vertrag mit der Stadt zur Förderung der gemeinnützigen ehrenamtlichen Tätigkeit in Weimar, welcher der Ehrenamtsagentur nach Informationen von Rechtsdezernent Dirk Hauburg bis 31. Dezember 2006 einen Zuschuss von insgesamt 11 000 Euro aus Mitteln der Thüringer Ehrenamtsstiftung sichert. Bis spätestens zum Jahresende 2005 soll der Aufbau der Ehrenamtsagentur abgeschlossen sein. Dazu gehört auch der Aufbau einer Datenbank, die bereits jetzt mehr als einhundert Weimarer Vereine, Initiativen und Einrichtungen verzeichnet, die Bedarf an Freiwilligen angemeldet haben. „Unser Ziel ist es, dass beide Seiten zunächst einmal voneinander erfahren und auch die Hürden gesenkt werden“, betonte Vorsitzende Doris Elfert die Mittlerrolle der Bürgerstiftung. Mit Anette Sickel hat die Stiftung eine Koordinatorin für die Agentur gewinnen können.
Die 1965 in Erfurt geborene Diplom-Sozialpädagogin, die bereits an der Umgestaltung des Stadtteilhauses zum Familienzentrum mitwirkte, wird die Ehrenamtsagentur aufbauen und sieht zunächst Bedarf an Beratung und Information von Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, und Organisationen, die Bedarf an ehrenamtlicher Hilfe haben. „Es gibt großes Interesse“, hat sie seit Beginn ihrer Tätigkeit am 1. August festgestellt. Ihre Aufgabe sei es nun, „Kontakte zu knüpfen und zu vernetzen“. Der Bedarf an Freiwilligen ist sehr breit gefächert. Gesucht werden beispielsweise Übersetzungshilfen, handwerklich Begabte und geduldige Begleiter. Auch die Bürgerstiftung Weimar freut sich über ehrenamtliche Unterstützung – etwa für ihren Stand auf dem Zwiebelmarkt.
Die Ehrenamtsagentur Weimar ist thüringenweit die neunte. Bundesweit existieren rund 150 Freiwilligenagenturen, die von unterschiedlichen Trägern organisiert werden.